Verbraucherpolitik für die Energiewende

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Verbraucherpolitik für die Energiewende

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Title: Verbraucherpolitik für die Energiewende
Author: Renn, Ortwin; Andor, Mark; Ernst, Andreas; Münch, Wolfram; Paschke, Marian; Reisch, Lucia
Abstract: Heizen, duschen, kochen, waschen und kühlen: Für all das benötigen Privathaushalte Energie. Mehr als 600 Terawattstunden kamen so im Jahr 2014 zusammen, gut ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs im Land. Da diese Energie überwiegend aus fossilen Quellen stammt, trägt jeder Einzelne von uns durch sein Alltagsverhalten zum Ausstoß von Treibhausgasen bei. Um die politisch gesetzten Ziele zur CO2-Emissionsminderung zu erreichen, müssen auch Privathaushalte einen Beitrag leisten. Studien zeigen, dass Appelle an unsere Einsicht und unser Verantwortungsbewusstsein allein in der Regel jedoch nicht dazu führen, dass wir im Alltag sparsamer mit Energie umgehen. Selbst rationale Erwägungen und das Wissen um Umwelt- und Klimafolgen des Konsums veranlassen die wenigsten zu nachhaltigen Verhaltensänderungen. In neurologischen und psychologischen Studien wurde auch herausgefunden, warum das so ist: Das menschliche Gehirn tendiert dazu, gewohnte Verhaltensmuster aufrechtzuerhalten. Die Gründe sind vielfältig: zu viel oder zu wenig Information, Zeitmangel, die Neigung, sich genauso zu verhalten wie das eigene soziale Umfeld. Verhaltenswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gehen deshalb der Frage nach, was man diesem menschlichen Beharrungsvermögen entgegensetzen könnte, ohne neue Regeln oder Sanktionen einzuführen und den individuellen Entscheidungsspielraum einzuschränken. Zielgruppengerechte, leicht zugängliche und gut verständliche Information und Beratung sind zentrale Elemente. Eine vor allem von Cass Sunstein, Jurist und ehemaliger Berater des früheren US-Präsidenten Barack Obama, geprägte Methode setzt eher auf sanfte „Stupser“ (englisch: Nudges) in die gewünschte Richtung. Dabei geht es darum, das Entscheidungsumfeld von Verbrauchern so zu gestalten, dass ihnen eine Verhaltensänderung besonders leicht fällt. Die Stellungnahme rückt Bürgerinnen und Bürger in ihrer Rolle als private Verbraucher im Kontext von Energiewende und Klimaschutz in den Mittelpunkt. Erarbeitet haben sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen im Rahmen des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS). Für ihr Engagement und ihre Beiträge danken wir ihnen ebenso herzlich wie den Gutachterinnen und Gutachtern.
URI: http://hdl.handle.net/10398/9550
Date: 2017-11-27

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